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Hund 2.0

Darauf habe ich gewartet. Nicht, weil ich so etwas haben müsste, sondern weil ich mich fragte, wann jemand auf die Idee kommt, sich nicht nur mit Futter, Hundebetten, Leinen und Co., sondern mit technischem Equipment im Stil Web 2.0 an dem Milliardengeschäft Hund zu beteiligen. Nun gibt es so etwas. Es heißt „Whistle“ und kommt natürlich aus den USA. Whistle ist ein Anhänger für den Hund, der ähnlich dem für Menschen schon populären Fitbit die Aktivitäten, die gemeinsame Zeit mit seinem Menschen aber auch die Ruhezeiten des Hundes messen und fortschreiben soll. So sollen Hundebesitzern u.a. schleichende Verhaltensänderungen aufgrund von Krankheiten und mangelnder Fitness auffallen. Zur Gesundheitserhaltung lassen sich  Bewegungstagesziele einstellen und deren Erreichen mit Whistle überwachen. Auch sonst bietet Whistle noch einige nette Funktionen mehr. Die Messwerte lassen sich sehr schön aufbereitet in zeitlicher Abfolge am Smartphone abrufen und betrachten. Derzeit gibt es nur eine iOS-App, aber eine Android-Version soll nachfolgen.

Der Trend, sich mit Elektronik zu vermessen, greift nun also auch auf Haustiere über, deren Besitzer mit sensorgespickten Halsbändern mehr über die Aktivitäten ihrer Hunde erfahren können. Das runde Whistle ist für Hunde gedacht und wird am Halsband befestigt. Ein Beschleunigungsmesser stellt fest, ob der Hund läuft, spielt oder schläft. Die Verbindung zum Smartphone des Tierhalters erfolgt per Bluetooth oder Wireless-LAN. Whistle ist wasserdicht und mit einem Akku ausgerüstet, der zehn Tage lang halten soll, bevor er wieder über USB aufgeladen werden muss. Whistle misst 38 x 10 mm und wiegt 16 Gramm. Eine Exportfunktion ist in der App genauso enthalten wie eine Alarmfunktion, die beim Unter- oder Überschreiten von Werten einen Hinweis ausgeben kann. Auch der Vergleich mit anderen Hunden ist mit Hilfe der App möglich. Wer will, kann für sein Tier einen Fitnessplan ausarbeiten, um zum Beispiel das Übergewicht zu reduzieren. Whistle befindet sich noch im Betatest und wird wissenschaftlich von der Uni Pennsylvania betreut, die die Daten von Hundebesitzern für eine Langzeitstudie sammeln will. Whistle soll ca. 100 US-Dollar kosten, hierzulande dann vermutlich 100 €. Das Gehäuse kann gegen einen Aufpreis mit einer Gravur für Hundename und Telefonnnummer versehen werden.

Das Whistle macht auf mich bereits jetzt einen guten und sehr durchdachten Eindruck. Das stylishe Whistle und die grafisch chic gemachte App-Oberfläche machen Lust auf die Benutzung. Ich denke, für bis zu 100 Euro würden auch hierzulande viele Hundehalter sich ein Whistle zulegen und sei es nur, weil es eine schöne technische Spielerei ist. Das damit Krankheiten und Verhaltensveränderungen im Frühstadium  erkannt werden können, mag sein, halte ich aber doch eher für eine Marketingaussage. In jedem Fall finde ich es begrüssenswert, dass es Unternehmen gibt, die im Tierbereich innovativ sind und solche neuen Dinge entwickeln. Klasse wäre noch, wenn das Whistle auch eine GPS-Funktion hätte, aber die bekommt es ja vielleicht noch.

Quelle: www.golem.de

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