Unterwegs

Trainingslager 2013 in der Rhön

Filou und ich waren dieses Jahr vom 9. bis 12. Mai das dritte Jahr in Folge im Trainingslager der Hundeschule Aschaffenburg. Wie letztes Jahr, ging es auch dieses Jahr wieder nach Dipperz in die Rhön ins Hotel Rhön Residence. Diesmal war der Teilnehmerkreis noch etwas größer als das letzte Jahr und wir waren mit 27 Menschen und 21 Hunden im Hotel. Auch in dieser großen Gruppe verlief alles ohne bemerkenswerte Zwischenfälle und ich war erneut wieder überrascht, dass so viele Hunde und so viele Menschen, die eine große Zeit des Tages zudem eng beisammen sind, so gut miteinander auskommen.

Der Start und erste Treffpunkt des Trainingslagers war diesmal das Rote Moor, wo das erste Kennenlernen von Hund und Mensch stattfand und wir bei mäßigem Wetter über einen kleinen Rundweg begangen haben, der teilweise aus einem Bohlensteg durchs Moor führte. Zwischendurch gab es einige Gehorsamsübungen mit den Hunden, die bereits von Angelika mit ihrer Videokamera aufgezeichnet wurden, um sich diese am Abend anzusehen und auszuwerten. Iris hat sogar eine kleine Geocaching-Suche eingebaut, den Cache haben wir allerdings nicht gefunden – ehrlich gesagt am vermeintlichen Fundort auch nicht wirklich intensiv gesucht. Dennoch eine sehr geeignete Beschäftigung, um sie mit dem Hundespaziergang zu verbinden.

Am Freitag sind wir zu einem Spaziergang durch den Hochwildschutzpark Ehrenfeld in Gersfeld in der Rhön gestartet. Dort ist es interessant zu sehen, wie die Hunde auf die Wildtiere dort reagieren. Auch hier war der Rundgang mit einigen Gehorsamsübungen verbunden und einige der Hunde reagierten besonders deutlich auf die Wildtiere im Park. Filou lässt das ja alles ziemlich kalt, obwohl er bei unserem ersten Trainingslager in Geiselwind auf einige Vögel im dortigen Wildpark heftig reagierte und Jagdtrieb zeigte. Natürlich wurde von Angelika wieder alles auf Video festgehalten zur abendlichen Nachschau.

Am Nachmittag gab es nach kurzer Verschnaufpause wieder eine Übung, bei der der Hund bei einem bestimmten Versuchsaufbau allein in einem Raum gelassen wurde und per Videokamera aufgezeichnet wurde, wie sich der Hund ohne seinen Menschen allein im Raum verhält. Diesmal wurde in eine durchsichtigen Plastikbox, die ein Loch hatte, damit der Geruch besser heraustreten kann, eine Fleischkeule gelegt und der Deckel lose drauf gelegt. Die Hunde hätten also den Deckel relativ leicht überwinden können, um an die Keule zu gelangen. Zugleich befand sich in geringem Abstand neben der Box eine Schale mit Leckerlis, an die der Hund ohne weiteres herankommen konnte. Die Hunde wurden sodann ins Platz geschickt und im Raum allein gelassen. Sie sollten idealer Weise liegen bleiben und sowohl die Box als auch die leicht erreichbaren Leckerlis unberührt lassen. Diese Übungen sind immer besonders interessant und lustig, da dabei die unerwartesten Ergebnisse heraus kommen. Filou hat sich erwartungsgemäß für die Fressalien nicht interessiert und stattdessen lieber neugierig den Raum erkundet. In der Zwischenzeit hat ein anderer Teil der Hunde zur Zeitüberbrückung einige Parcoursübungen gemacht. Die Hunde mussten bei Fuss im Slalom um einige Pylonen herum gehen und sich ablegen, um bei entsprechendem Kommando zum einige Meter entfernt stehen Besitzer zu kommen. Der Clou bei dieser Übung war, dass die Pylonen mit Leckerchis befüllt waren. Im Idealfall sollten sich die Hunde davon nicht abhalten lassen, auf das Kommando des Besitzers zu hören. Vereinzelt gab es jedoch Abweichungen zwischen Theorie und Praxis 🙂

Am Samstag haben wir die Gedenkstätte Point Alpha zwischen Rasdorf und Geisa besucht. Vier Jahrzehnte lang befand sich hier die Grenze zwischen der DDR und der BRD und ein unter anderem mit Schäferhunden überwachter „Todesstreifen“. Ein Schäferhundmodell zeigt, wie die Hunde damals entlang der Grenze an Stahlleinen patroullierten. Wir haben das Hundemodell genutzt, um uns mit den Hunden zu nähern und zu schauen, wie die Hunde auf das Modell reagierten. Besonders perfide waren die hier zeitweise ebenfalls installierten Selbstauslösenden Sprengfallen, die derart viel Kritik auslösten, dass die damalige DDR-Führung diese nach kurzer Zeit wieder entfernen ließ. Bis dahin gab es dennoch zahlreiche getötete und verletzte Opfer dieser Fallen, auch am Point Alpha, wo ein Birkenkreuz mit einer Gedenktafel daran ermahnt. Besonders gefiel mir der Kreuzweg „Weg der Hoffnung“ aus Stahlskulpturen entlang des Wanderrundwegs. Ein Glück gibt es diese Grenze nicht mehr.

Am Sonntag sollte das Trainingslager nach dem Frühstück nach einer gemeinsamen Wanderung durch das Schwarzes Moor in der Nähe von Fladungen seinen Abschluss finden. Nachdem es am Vormittag noch stark regnete, hat sich das Wetter (zumindest zeitweise und zur rechten Zeit) so weit gebessert, dass wir doch noch den Holzbohlenrundweg durch das schwarze Moor machen konnten. Es war zwar mit ca. 4 Grad Celsius, Feuchtigkeit und dichter Bewölkung alles andere als gemütlich, aber immerhin lange genug ohne Regen, dass wir gerade noch trocken und vor dem einsetzenden Schneefall wieder am Parkplatz und der schützenden Hütte ankamen, wo es übrigens sehr empfehlenswerte Grillwürste in verschiedensten Variationen gibt. Landschaftlich gefiel mir das Schwarze Moor noch deutlich besser als das Rote Moor. Auch der Holzbohlenweg stellte für Filou eine noch größere Herausforderung dar, da die Bohlen dort zum Teil Zwischenräume von mehreren Zentimetern hatten, wo Filous Pfoten leicht hindurch passten. Solange Filou jedoch seinen Laufrhythmus eingehalten hat, konnte er damit sehr gut umgehen. Das führte dazu, dass wir die Gruppe ziemlich schnell durchs Schwarze Moor „geführt“ haben. Da am Ende wieder schlechtes Wetter aufzog, war das Tempo aber in dieser Hinsicht genau richtig.

Uns hat es zum Dritten mal wunderbar gefallen, so dass wir fest vorhaben, auch im nächsten Jahr wieder an einem Trainingslager der Hundeschule Aschaffenburg teilzunehmen, vorausgesetzt, es findet statt, uns sagt der Zielort zu und wir werden wieder mitgenommen.

Am Ende möchte ich nochmals Iris und Angelika danken, die bisher jedes Jahr maßgeblich dazu beigetragen haben, dass das Trainingslager so gelungen und lehrreich war und so viel  Spass gemacht hat.

Advertisements
Standard

2 Gedanken zu “Trainingslager 2013 in der Rhön

  1. Pipos Mami schreibt:

    Sehr geehrtes Herrchen von Filou,

    durch Zufall bin ich auf Ihren Blog gelangt, als ich nach „Hund geschwollene Schnauze“ suchte. Ich finde es so toll von Ihnen, wie Sie von Filou berichten! Wünsche Ihnen noch viel Spass mit Ihrem kleinen Sonnenschein!

    Mit freundlichen Grüssen

    Pipo + Frauchen

    • Vielen Dank für Ihren freundlichen Kommentar. Es freut mich, wenn die Seite auch anderen gefällt. Was ist denn Pipo für eine Rasse?

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.